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Amtliche Zahlen des Gutachterausschusses München — erstes Halbjahr 2026, mit Quelle und Stand

Immobilienmarkt München 2026: der Halbjahresreport

Stand:

Der Münchner Immobilienmarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 leicht belebt: Die Zahl der Kaufverträge stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozent, der Geldumsatz um 7 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro (Gutachterausschuss München, Halbjahresreport 2026). Der Wohnungsmarkt zeigte sich stabil — Bestandswohnungen verteuerten sich im Mittel um 1 Prozent —, während Doppelhaushälften und Reihenhäuser in fast allen Teilmärkten Preisrückgänge verzeichneten; einzige Ausnahme waren Neubau-Doppelhaushälften. Wichtig für die Einordnung: Die Wohnungspreise des Halbjahresreports sind nach Angabe des Ausschusses vorläufig nur als Preistendenz anzusehen, weil noch nicht alle vorliegenden Kaufverträge ausgewertet werden konnten.

Der Markt in Zahlen

KennzahlWertQuelle · Stand
Kaufverträge insgesamtplus 3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Geldumsatz insgesamtrund 5,4 Mrd. Euro (plus 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Verkaufte Eigentumswohnungen und Teileigentumsobjekterund 4.950 (plus 3 Prozent), davon rund 650 Neubauobjekte; Geldumsatz plus 4 ProzentGutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisentwicklung Bestandswohnungen (vorläufige Preistendenz)im Mittel plus 1 Prozent; Spanne je Baujahrsgruppe minus 1 bis plus 5 ProzentGutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisniveau Neubauwohnungen (vorläufige Preistendenz)durchschnittliche Wohnlage rund 9.800 Euro je m² Wohnfläche (minus 2 Prozent); gute Wohnlage rund 10.550 Euro je m² (plus 4 Prozent)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisniveau Neubau-Doppelhaushälfteim Mittel rund 1.455.000 Euro; rund 10.750 Euro je m² Wohnfläche (ca. 135 m² Wohnfläche, ca. 265 m² Grundstück)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisniveau Doppelhaushälfte im Wiederverkaufim Mittel rund 1.125.000 Euro; rund 7.950 Euro je m² Wohnfläche (ca. 145 m² Wohnfläche, ca. 370 m² Grundstück)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisniveau ReiheneckhausNeubau im Mittel rund 1.180.000 Euro (rund 10.400 Euro je m²); Wiederverkauf rund 955.000 Euro (rund 7.500 Euro je m²)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Preisniveau ReihenmittelhausNeubau im Mittel rund 1.200.000 Euro (rund 9.600 Euro je m²); Wiederverkauf rund 895.000 Euro (rund 7.650 Euro je m²)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser sowie kleine Eigentumswohnanlagen (Transaktionen)Anzahl plus 2 Prozent, Geldumsatz plus 1 ProzentGutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Mietwohnhäuser (Geschosswohnungsbau)Anzahl plus 1 Prozent, Geldumsatz plus/minus 0 Prozent; Liegenschaftszinssatz durchschnittlich rund 2,8 Prozent, Ertragsfaktor rund 30-fach (Basis: 35 ausgewertete Mietwohnhäuser, Gewerbeanteil bis 30 Prozent, ohne Extremfälle)Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Bauland für den individuellen WohnungsbauAnzahl plus 9 Prozent, Geldumsatz plus 23 Prozent, Flächenumsatz minus 8 Prozent; Preise im Mittel rund 8 Prozent unter den Bodenrichtwerten zum 01.01.2026Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Bauland für den mehrgeschossigen WohnungsbauAnzahl plus 44 Prozent, Geldumsatz plus 206 Prozent, Flächenumsatz plus 50 Prozent — geprägt von mehreren umsatzstarken Verkäufen; Vorjahresvergleich laut Ausschuss nur bedingt möglichGutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)
Bebaute Gewerbeimmobilien (Büro- und Geschäftshäuser inkl. Hotels)Anzahl minus 11 Prozent, Geldumsatz plus 35 ProzentGutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026 · 1. Halbjahr 2026 (veröffentlicht August 2026)

Der Gesamtmarkt im ersten Halbjahr 2026: mehr Verträge, mehr Umsatz

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München hat im August 2026 seinen Halbjahresreport vorgelegt. Danach ist die Zahl der Kaufverträge im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozent gestiegen; der Geldumsatz legte um 7 Prozent zu und lag bei insgesamt rund 5,4 Milliarden Euro.

Grundlage dieser Zahlen ist die Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, in die die notariell beurkundeten Kaufverträge im Stadtgebiet eingehen. Sie bilden also tatsächliche Abschlüsse ab — keine Angebotspreise aus Portalen, keine Preisvorstellungen von Verkäufern. Vollständig liegt diese Datenbasis nach eigener Angabe allein beim Gutachterausschuss — keine andere Stelle erfasst sämtliche Kauffälle des Münchner Immobilienmarktes.

Hinter dem Gesamtplus verbergen sich sehr unterschiedliche Teilmärkte: Der Wohnungsmarkt zeigte sich stabil, Doppelhaushälften und Reihenhäuser gaben in fast allen Teilmärkten preislich nach, und am Baulandmarkt hoben einzelne umsatzstarke Verkäufe im Geschosswohnungsbau die Umsatzstatistik deutlich an. Auch bei den bebauten Gewerbeimmobilien — Büro- und Geschäftshäusern einschließlich Hotels — stand einem Rückgang der Verkaufszahlen um 11 Prozent ein Umsatzplus von 35 Prozent gegenüber. Die folgenden Abschnitte gehen die Teilmärkte einzeln durch.

  • Kaufverträge: plus 3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025
  • Geldumsatz: plus 7 Prozent, insgesamt rund 5,4 Mrd. Euro
  • Quelle sämtlicher Werte: Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Halbjahresreport 2026

Vorläufige Zahlen: warum der Halbjahresreport eine Tendenz ist, kein Endstand

Der Halbjahresreport nennt erste aktuelle Preise, soweit gesicherte Daten vorliegen. Für die Wohnungspreise macht der Gutachterausschuss dabei einen ausdrücklichen Vorbehalt: Sie sind vorläufig nur als Preistendenz anzusehen, weil zum Auswertungszeitpunkt noch nicht alle vorliegenden Kaufverträge ausgewertet werden konnten. Wir übernehmen diesen Vorbehalt sichtbar — jede Wohnungspreis-Angabe in diesem Bericht ist eine vorläufige Tendenz, kein Endstand.

Auch beim Bauland zieht der Ausschuss klare Grenzen: Eine Aussage zur Preisentwicklung unbebauter Grundstücke trifft er vorerst nur für den Teilmarkt der Einfamilienhausgrundstücke, also den individuellen Wohnungsbau. Für Baugrundstücke des Geschosswohnungsbaus und für Gewerbebaugrundstücke sind Preisaussagen wegen der bisher geringen Zahl ausgewerteter beziehungsweise auswertbarer Kauffälle statistisch nicht gesichert.

Konsolidierte Werte bringt der Jahresbericht des Gutachterausschusses, der jeweils das vollständige Jahr auswertet. Sollten sich Zahlen dieses Halbjahresreports dort verschieben, ziehen wir sie in der nächsten Fortschreibung dieses Berichts nach.

Wohnungen: der stabile Kern des Münchner Marktes

Auf dem Markt für Wohnungs- und Teileigentum wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 4.950 Objekte verkauft, 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; darunter waren rund 650 Neubauobjekte. Der Geldumsatz dieses Teilmarkts lag 4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zum Wohnungs- und Teileigentumsmarkt zählen neben Wohnungen auch Einheiten wie Büros, Läden oder Garagen.

Bei den Preisen wiederverkaufter Bestandswohnungen weist der Report — als vorläufige Preistendenz — im Mittel ein Plus von 1 Prozent aus. Dahinter steht eine Spanne je nach Baujahrsgruppe von minus 1 bis plus 5 Prozent: Nicht jede Wohnung hat sich gleich entwickelt, die Baujahrsgruppe macht im ersten Halbjahr 2026 den Unterschied zwischen leichtem Minus und spürbarem Plus.

Bei Neubauwohnungen trennen sich die Lagen: In durchschnittlichen Wohnlagen lag das Preisniveau mit rund 9.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche 2 Prozent unter dem Vorjahr, in guten Wohnlagen wurde mit rund 10.550 Euro je Quadratmeter eine Preissteigerung um 4 Prozent festgestellt.

Für die eigene Wohnung trägt ein stadtweiter Mittelwert nur begrenzt. Zwischen den Baujahrsgruppen liegen bereits auf Reportebene mehrere Prozentpunkte, und innerhalb einer Baujahrsgruppe entscheiden Lage, Geschoss, Zustand und die Verfassung der Eigentümergemeinschaft über den erzielbaren Preis. Die Reportzahlen sind der Rahmen — die Einordnung eines konkreten Objekts beginnt bei den Vergleichsfällen seiner Lage.

Häuser: Doppelhaushälften und Reihenhäuser geben nach

Gehandelt wurde weiterhin: Für Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser sowie kleine Eigentumswohnanlagen weist der Report 2 Prozent mehr Verkäufe und 1 Prozent mehr Geldumsatz aus als im ersten Halbjahr 2025. Bei den Preisen zeigt der Report für diesen Bereich jedoch ein anderes Bild als bei den Wohnungen: Doppelhaushälften und Reihenhäuser verzeichneten in fast allen Teilmärkten einen Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr. Einzige Ausnahme waren Neubau-Doppelhaushälften mit einer leichten Preissteigerung.

Die Preisniveaus des Reports beziehen sich jeweils auf durchschnittliche und gute Wohnlagen zusammen und beschreiben typische Objekte mit den genannten Circa-Flächen:

  • Neubau-Doppelhaushälfte: im Mittel rund 1.455.000 Euro, rund 10.750 Euro je m² Wohnfläche (ca. 135 m² Wohnfläche, ca. 265 m² Grundstück)
  • Doppelhaushälfte im Wiederverkauf: im Mittel rund 1.125.000 Euro, rund 7.950 Euro je m² Wohnfläche (ca. 145 m² Wohnfläche, ca. 370 m² Grundstück)
  • Neubau-Reiheneckhaus: im Mittel rund 1.180.000 Euro, rund 10.400 Euro je m² Wohnfläche (ca. 115 m² Wohnfläche, ca. 225 m² Grundstück)
  • Reiheneckhaus im Wiederverkauf: im Mittel rund 955.000 Euro, rund 7.500 Euro je m² Wohnfläche (ca. 130 m² Wohnfläche, ca. 285 m² Grundstück)
  • Neubau-Reihenmittelhaus: im Mittel rund 1.200.000 Euro, rund 9.600 Euro je m² Wohnfläche (ca. 115 m² Wohnfläche, ca. 175 m² Grundstück)
  • Reihenmittelhaus im Wiederverkauf: im Mittel rund 895.000 Euro, rund 7.650 Euro je m² Wohnfläche (ca. 120 m² Wohnfläche, ca. 225 m² Grundstück)

Mietwohnhäuser: stabile Kennzahlen auf schmaler Datenbasis

Der Markt der mehrgeschossigen Mietwohnhäuser bewegte sich im ersten Halbjahr 2026 seitwärts: Die Zahl der Verkäufe stieg um 1 Prozent, der Geldumsatz blieb mit plus/minus 0 Prozent auf Vorjahresniveau.

Für die Bewertungspraxis interessanter sind die Renditekennzahlen: Der durchschnittliche Liegenschaftszinssatz — vereinfacht: die marktübliche Verzinsung, mit der sich der Kaufpreis aus den nachhaltigen Mieterträgen ergibt — lag bei rund 2,8 Prozent. Der Ertragsfaktor, also der Kaufpreis als Vielfaches des Jahresrohertrags, betrug durchschnittlich rund das 30-Fache. Basis dieser Auswertung waren 35 Mietwohnhäuser mit einem Gewerbeanteil bis 30 Prozent, ohne Extremfälle.

Die schmale Fallzahl gehört zur Einordnung dazu: 35 ausgewertete Verkäufe in einem Halbjahr sind eine belastbare Richtgröße für das Marktniveau, aber kein Raster, in das sich jedes einzelne Zinshaus einsortieren lässt. Lage, Mietniveau im Verhältnis zur ortsüblichen Miete, Instandhaltungsstau und der Gewerbeanteil verschieben Zinssatz und Faktor im Einzelfall spürbar.

Bauland: mehr Verkäufe — und ein Teilmarkt, der die Statistik prägt

Bauland für den individuellen Wohnungsbau — der Report fasst darunter Grundstücke für Ein- bis Zweifamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser sowie kleine Eigentumswohnanlagen — wurde im ersten Halbjahr 2026 häufiger gehandelt: Die Zahl der Verkäufe stieg um 9 Prozent, der Geldumsatz um 23 Prozent, während der Flächenumsatz um 8 Prozent zurückging. Zu den Preisen hält der Report auf Basis der noch relativ wenigen vorliegenden Auswertungen fest: In durchschnittlichen und guten Wohnlagen lagen sie im Mittel rund 8 Prozent unter den Bodenrichtwerten zum 01.01.2026. Wer ein Grundstück bewertet oder verkauft, sollte den lagegenauen Bodenrichtwert also als Ausgangspunkt lesen, nicht als erzielbaren Preis.

Deutlich stärker schwankte das Bauland für den mehrgeschossigen Wohnungsbau: plus 44 Prozent bei der Anzahl, plus 206 Prozent beim Geldumsatz, plus 50 Prozent beim Flächenumsatz. Diese Zahlen verlangen die Einordnung, die der Ausschuss selbst mitliefert: Der Umsatzanstieg geht auf mehrere umsatzstarke Verkäufe zurück. Dass dieser Teilmarkt so stark schwankt, ist nach Erfahrung des Ausschusses strukturell bedingt — große Flächen kommen zyklisch auf den Markt, in der Regel verkauft durch die Stadt, und Bebauungspläne durchlaufen lange Planungsphasen, bis sie rechtsverbindlich werden. Einen direkten Vorjahresvergleich lässt das nach Einschätzung des Ausschusses nur eingeschränkt zu — die 206 Prozent beschreiben einzelne Großtransaktionen, keinen breiten Preisauftrieb.

Ähnliches gilt für gewerbliche Baugrundstücke: Dort lag im Vorjahr ein sehr umsatzstarker Verkauf, aus dem der jetzige Umsatzrückgang resultiert. Weil in diesem Teilmarkt insgesamt nur wenige Kauffälle anfallen, kann schon ein einzelner Abschluss die Statistik prägen; grundsätzliche Tendenzen lassen sich daraus nach Angabe des Ausschusses nur schwer ableiten.

Was das für Verkäufer in München bedeutet

Ein Wohnungsmarkt mit im Mittel plus 1 Prozent ist ein stabiler Markt — aber keiner, der Preisfehler heilt. In Jahren steigender Preise wuchs der Markt einem zu hoch angesetzten Angebotspreis mit der Zeit entgegen; bei einer Seitwärtsbewegung bleibt ein überzogener Einstiegspreis einfach stehen, kostet Vermarktungszeit und zwingt später zu sichtbaren Preiskorrekturen. Die Reihenfolge wird damit wichtiger: erst die realistische Einordnung des Objekts, dann der Angebotspreis.

In den Haus-Teilmärkten gilt das verschärft. Wo Doppelhaushälften und Reihenhäuser im Wiederverkauf nachgeben, verhandeln gut informierte Käufer mit den amtlichen Zahlen in der Hand. Ein Angebotspreis, der noch auf dem Niveau des Vorjahres aufsetzt, verlängert die Vermarktungsdauer — und ein Objekt, das lange am Markt steht, wird von Interessenten kritischer geprüft als eines, das zum realistischen Preis startet.

Zugleich zeigen die Spannen des Reports, dass der Stadtmittelwert für das einzelne Objekt wenig entscheidet: Bestandswohnungen entwickelten sich je nach Baujahrsgruppe zwischen minus 1 und plus 5 Prozent, Neubauwohnungen in guten Lagen legten zu, während durchschnittliche Lagen nachgaben. Maßgeblich ist die Einordnung der eigenen Immobilie in ihre Baujahrsgruppe, ihre Lage und ihre Vergleichsfälle — nicht die Schlagzeile über den Gesamtmarkt.

Und schließlich der Vorbehalt, der über allen Wohnungspreisen dieses Reports steht: Es sind vorläufige Preistendenzen. Wer in den kommenden Monaten verkaufen möchte, sollte sie als Richtung lesen und die Preisfindung auf das konkrete Objekt stützen. Als ersten Schritt erstellen wir Ihnen dazu eine kostenlose Werteinschätzung mit schriftlicher Herleitung: Vergleichsfälle, Lagekriterien und Quellen offengelegt, damit Sie in Ruhe und auf nachvollziehbarer Grundlage entscheiden können — auch dann, wenn ein Verkauf noch nicht feststeht.

Methodik und Quellen

Einzige Datenquelle dieses Berichts ist der Halbjahresreport 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München (11 Seiten, veröffentlicht im August 2026). Er wertet das erste Halbjahr 2026 aus und stellt die Vertrags- und Umsatzzahlen der Teilmärkte den Zahlen des Vorjahreszeitraums gegenüber; Grundlage ist die Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, in die die notariell beurkundeten Kaufverträge eingehen. Angebots- und Portaldaten verwenden wir bewusst nicht, weil sie Inserate abbilden und keine beurkundeten Kaufpreise. Zwei Vorbehalte des Reports übernehmen wir ausdrücklich: Erstens sind die Wohnungspreise vorläufig nur als Preistendenz anzusehen, da zum Auswertungszeitpunkt noch nicht alle vorliegenden Kaufverträge ausgewertet werden konnten; konsolidierte Werte folgen im Jahresbericht des Gutachterausschusses. Zweitens trifft der Report eine Aussage zur Preisentwicklung unbebauter Grundstücke vorerst nur für den individuellen Wohnungsbau — für Geschosswohnungsbau- und Gewerbebaugrundstücke sind Preisaussagen wegen der geringen Zahl ausgewerteter beziehungsweise auswertbarer Kauffälle statistisch nicht gesichert, und einzelne Großverkäufe prägen dort die Umsatzstatistik. Alle Prozentwerte sind die im Report ausgewiesenen, gerundeten Veränderungsraten gegenüber dem ersten Halbjahr 2025; alle mit „rund“ oder „ca.“ bezeichneten Beträge und Flächen sind die dort ausgewiesenen gerundeten Werte. Die Preisniveaus der Haus-Teilmärkte gelten jeweils für durchschnittliche und gute Wohnlagen zusammen und beschreiben typische Objekte mit den genannten Circa-Wohn- und Grundstücksflächen. Der Gutachterausschuss gestattet einen Nachdruck seines Reports nur auszugsweise und mit Quellenangabe; dieser Bericht übernimmt deshalb ausschließlich Kennzahlen mit Beleg und formuliert jede Einordnung eigenständig. Offene Punkte für die nächste Fortschreibung: (1) der Jahresbericht des Gutachterausschusses München mit den konsolidierten Preisen des Gesamtjahres 2026, sobald er erscheint; (2) die lagegenauen Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.2026 über das Bodenrichtwertportal des Ausschusses; (3) die Fortschreibung der Renditekennzahlen für Mietwohnhäuser auf breiterer Fallbasis im Jahresbericht.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Sind die Preise im Halbjahresreport 2026 des Gutachterausschusses München verlässlich?

Sie sind amtlich, aber ausdrücklich vorläufig. Der Gutachterausschuss weist darauf hin, dass die Wohnungspreise des Halbjahresreports nur als Preistendenz anzusehen sind, weil zum Auswertungszeitpunkt noch nicht alle vorliegenden Kaufverträge ausgewertet werden konnten. Konsolidierte Werte bringt erst der Jahresbericht. Als Richtungsangabe für den Markt sind die Halbjahreszahlen belastbar — die Preisfindung für ein konkretes Objekt braucht darüber hinaus die Vergleichsfälle seiner Lage und Baujahrsgruppe.

Was kostet eine Eigentumswohnung in München 2026?

Für Neubauwohnungen nennt der Halbjahresreport 2026 als vorläufige Preistendenz rund 9.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in durchschnittlichen und rund 10.550 Euro in guten Wohnlagen. Für Bestandswohnungen nennt er im Text keine absoluten Werte, sondern die Veränderung: im Mittel plus 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, je nach Baujahrsgruppe zwischen minus 1 und plus 5 Prozent. Was eine konkrete Wohnung erzielen kann, hängt von Lage, Baujahr, Geschoss, Zustand und der Eigentümergemeinschaft ab.

Was kostet ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte in München?

Der Halbjahresreport 2026 nennt für durchschnittliche und gute Wohnlagen zusammen folgende Preisniveaus: Doppelhaushälften im Mittel rund 1.455.000 Euro im Neubau und rund 1.125.000 Euro im Wiederverkauf; Reiheneckhäuser rund 1.180.000 Euro im Neubau und rund 955.000 Euro im Wiederverkauf; Reihenmittelhäuser rund 1.200.000 Euro im Neubau und rund 895.000 Euro im Wiederverkauf. Mit Ausnahme der Neubau-Doppelhaushälften verzeichneten diese Teilmärkte gegenüber dem Vorjahr Preisrückgänge.

Steigen die Baulandpreise in München?

Für Baugrundstücke des individuellen Wohnungsbaus hält der Halbjahresreport 2026 fest, dass die Preise in durchschnittlichen und guten Wohnlagen im Mittel rund 8 Prozent unter den Bodenrichtwerten zum 01.01.2026 lagen — bei zugleich 9 Prozent mehr Verkäufen und 23 Prozent mehr Geldumsatz. Für Geschosswohnungsbau- und Gewerbebauland trifft der Ausschuss wegen der geringen Fallzahlen bewusst keine gesicherte Preisaussage; die dort ausgewiesenen Umsatzsprünge gehen auf einzelne Großverkäufe zurück.

Was bedeutet der Halbjahresreport 2026 für meinen Verkauf in München?

Der Wohnungsmarkt ist stabil, die Haus-Teilmärkte geben überwiegend nach — in beiden Fällen entscheidet der Einstiegspreis über den Verlauf des Verkaufs, weil eine Seitwärtsbewegung überhöhte Angebotspreise nicht mehr einholt. Sinnvoll ist deshalb die Reihenfolge: zuerst die Einordnung des Objekts in seine Lage, Baujahrsgruppe und Vergleichsfälle, dann der Angebotspreis. Dafür erstellen wir Ihnen eine kostenlose Werteinschätzung mit schriftlicher Herleitung — unverbindlich, und ein Maklervertrag kommt dadurch nicht zustande.

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